Algebraische Notation
Englischer Begriff: Algebraic notationDie algebraische Notation hält Schachzüge mit Figurenbuchstaben, Feldnamen und Zeichen für Schlagen, Schach und Sonderzüge fest.
Digitale Partien und PGN-Dateien verwenden üblicherweise die Standard Algebraic Notation (SAN) mit den englischen Figurenbuchstaben K, Q, R, B und N. In deutschsprachigen Büchern oder Partieformularen können stattdessen die deutschen Anfangsbuchstaben stehen; die Beispiele auf dieser Seite folgen dem internationalen PGN-Format.
Felder und Figurenbuchstaben
Das Linien-und-Reihen-System gibt jedem Feld einen festen Namen. Von der weißen Seite aus verlaufen die Linien von a bis h und die Reihen von 1 bis 8. Ein Zug verbindet diese Koordinate mit der Figur, die dort ankommt.
In PGN werden die unten gezeigten englischen Anfangsbuchstaben verwendet. Der Springer erhält N, weil K bereits für den König steht. Ein Bauernzug hat keinen Figurenbuchstaben; e4 bedeutet daher einfach, dass ein Bauer nach e4 gezogen ist.
| Figur | PGN-Buchstabe | Beispiel |
|---|---|---|
| König | K | Ke2 |
| Dame | Q | Qh5 |
| Turm | R | Re1 |
| Läufer | B | Bc4 |
| Springer | N | Nf3 |
| Bauer | Kein Buchstabe | e4 |
So wird ein Zug notiert
Ein normaler Figurenzug beginnt mit dem Figurenbuchstaben und endet mit dem Zielfeld. Bei Bauern entfällt der erste Teil. Zeichen für Schlagen, Schach oder Schachmatt kommen nur hinzu, wenn sie für den Zug gelten.
e4- Ein Bauer zieht nach e4.
Nf3- Ein Springer zieht nach f3.
Bc4- Ein Läufer zieht nach c4.
Rae1- Der Turm von der a-Linie zieht nach e1.
Schlagen, Schach und Schachmatt
Das x kennzeichnet einen Schlagzug. Bei einem schlagenden Bauern steht zusätzlich seine Ausgangslinie; exd5 heißt also: Der e-Bauer schlägt auf d5. Ein Pluszeichen bedeutet Schach, eine Raute Schachmatt.
Nxe5- Ein Springer schlägt auf e5.
exd5- Der e-Bauer schlägt auf d5.
Bxf7+- Ein Läufer schlägt auf f7 und gibt Schach.
Qh7#- Die Dame zieht nach h7 und setzt matt.
Wenn zwei gleichartige Figuren ziehen können
Das Zielfeld reicht nicht immer aus, um die ziehende Figur zu bestimmen. Können zwei gleichartige Figuren dasselbe Feld legal erreichen, ergänzt SAN zunächst die Ausgangslinie. Reicht das nicht, folgt die Ausgangsreihe oder bei Bedarf das vollständige Ausgangsfeld.
Es zählen nur legale Züge. Eine gefesselte Figur erzeugt keine Mehrdeutigkeit, wenn sie das Feld zwar geometrisch erreichen könnte, aber wegen der Fesselung nicht ziehen darf.
Ziehe einen der beiden Springer nach f3. Die Notation zeigt, welchen du gewählt hast.
Ziehe einen der beiden Springer nach f3. Die Notation zeigt, welchen du gewählt hast.
Nef3- Der Springer auf der e-Linie zieht nach f3.
R1e2- Der Turm auf der ersten Reihe zieht nach e2.
Nc3e2- Wenn Linie und Reihe nötig sind, zieht der Springer von c3 nach e2.
Rochade, Umwandlung und en passant
Sonderzüge haben eigene Schreibweisen. PGN notiert die Rochade mit dem großen Buchstaben O, die Umwandlung mit einem Gleichheitszeichen und der neuen Figur und einen en-passant-Schlag wie jeden anderen Bauernschlag.
Auf handschriftlichen Partieformularen begegnen dir auch 0-0, 0-0-0, d8Q oder der Zusatz e.p. Diese Formen stehen im FIDE-Anhang; exportiertes PGN verwendet dagegen O-O, O-O-O und d8=Q ohne e.p.-Zusatz.
O-O- Kurze Rochade.
O-O-O- Lange Rochade.
e8=Q- Der e-Bauer erreicht e8 und wird zur Dame.
exf8=N+- Der e-Bauer schlägt auf f8, wird zum Springer und gibt Schach.
exd6- So kann ein en-passant-Schlag des e-Bauern in PGN stehen.
Zugnummern und Partieergebnisse
Eine Zugnummer umfasst einen weißen und einen schwarzen Zug. Beginnt ein Ausschnitt mit dem schwarzen Zug, zeigen drei Punkte, dass der weiße Zug ausgelassen wurde. Ein vollständiger PGN-Zugtext endet mit dem Ergebnis.
1. e4 e5- Weiß spielt e4, Schwarz antwortet mit e5.
1... e5- Der Ausschnitt beginnt mit dem ersten schwarzen Zug.
1-0- Weiß hat gewonnen.
0-1- Schwarz hat gewonnen.
1/2-1/2- Die Partie endete remis.
*- Das Ergebnis ist unbekannt oder die Partie läuft noch.
Eine vollständige Zugfolge lesen
Die erste Zeile enthält die Eröffnungszüge einer Spanischen Partie: Bauern-, Springer- und Läuferzüge sowie die kurze Rochade. Die zweite Zeile ist eine vollständige Partie, die nach zwei Zügen mit Schachmatt endet.
Ausgangsstellung · Stellung 0/10
SAN, PGN und FEN sind verschieden
SAN beschreibt einen legalen Zug in der aktuellen Stellung. PGN speichert eine Partie mit ihren SAN-Zügen und optionalen Angaben wie Spielernamen, Kommentaren und Varianten. FEN beschreibt eine einzelne Stellung, nicht die Zugfolge, die zu ihr geführt hat.